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Drei Länder Cup Langenargen

Franco Barletta 06.05.2017

Drei Länder Cup, 5. Mai 2017

 

Drei YCA Boote haben gemeldet, Misia, Pulce d'acqua und Holy Smoke.

Start um 8:00 Uhr, was früh aufstehen bedeutet. Wir laufen um 5:15 Uhr in Arbon aus und sind Lehrbuchmässig 1.5 h vor dem Start vor Langenargen. Scheinbar haben nur wir diese Lehrbücher gelesen, denn wir sind mit Abstand die ersten auf dem See. Nach dem wir die Lehrbücher versenkt haben, können wir die traumhafte Kulisse früh morgens doch noch geniessen. Im Osten der Sonnenaufgang, im Süden der Säntis in einer Föhnströmung. 

Nach Kaffee und Nussgipfel machen wir uns an die Startvorbereitungen und testen das neue Topfall und die Schoten für den Code Zero. Eigentlich hatten wir ja bereits viel Schot auf dem Schiff rumliegen. Nun haben wir richtig viel Schot rumliegen und dass wird uns noch den ganzen Tag begleiten.  Beim Start lassen wir uns leider von einem Konkurrenten auf dem linken Bein erwischen, der uns noch kurz vor dem Startschuss zu einem ungeplanten Manöver zwingt. Wir sind so ca. 1 Minute zu spät dran, was bei 75 Booten auf der Startlinie so richtig schlecht ist.  Im Pulk läuft es wie es halt laufen muss und wir finden lange keinen freien Wind.  Zugleich ist der Anlieger nicht gerade der bevorzugte Kurs der Misia. Wir haben Glück und im Luv ist kein wirklich schneller Konkurrent, so dass wir nach einer Ewigkeit endlich freien Wind haben. Unsere Konkurrenz ist zu dem Zeitpunkt mit Ihren Code Zeros schon ziemlich weit weg. Der Wind spitzt sich aber immer mehr nach Westen zu, so dass aus dem Anlieger eine Kreuz wird, was die Stärke der Misia ist. Die Distanz zu den hinteren Schiffen nimmt markant zu und wir holen auf die Schiffe vor uns massiv auf, da diese noch nicht an eine Kreuz glauben und ihre Code Zeros stehen lassen. Bis kurz vor Romanshorn, sind wir wieder bei der direkten Konkurrenz. Zugleich fahren die ersten in eine Flaute vor der Boje vor Egnach. Wir stehen zwar auch für einen Moment, können aber ziemlich schnell wieder anlaufen und der Wind dreht weiter auf Westen. Nun passiert es uns mal, wir haben unseren privaten Wind gefunden. Mit fasst 5 Knoten Fahrt, fahren wir ca. 100 m oberhalb der gesamten Konkurrenz einfach vorbei, während diese in einem Windloch parkiert sind. Der Wind dreht zu dem Zeitpunkt immer weiter nach Süden und wir sind gezwungen den Code Zero zu streichen. Und nun holt uns unser Schotengewirre ein. Das Ding will sich nicht einrollen lassen. Es vergeht eine gefühlte Ewigkeit, bis wir feststellen, dass wir das freihängende zweite Gennakerfall eingewickelt haben. Problem erkannt und auch gelöst. Wir runden kurz hinter Shooting Star und der Evanesse. Zeitgleich dreht der Wind von West auf Süd, macht eine kurze Pause und langsam weiter nach Ost bis fast Nordost und wir haben wieder einen Anlieger. Für unseren Code Zero zu spitz für die anderen genau richtig. Wir laufen einiges höher wie die vor uns, die aber unter Code Zero mehr Weg hinter sich lassen können. Kurz vor Arbon dreht der Wind wieder zurück nach Osten, was für die Misia zwar gut ist da wir wieder hoch am Wind sind, aber leider für die anderen ein bevorzugter Winddreher ist, die das erkennen, wenden und weit vor uns kreuzen können. Dem sagt man abkassieren. Alle hinter uns haben wir noch im Griff. Da der Wind immer weiter nach Norden dreht, entscheiden wir uns durch die Schweinbucht zu fahren und wir können so von Arbon bis kurz vor dem Rohrspitz immer hoch am Wind ohne eine Wende fahren. Einige Konkurrenten können unsere Höhe nicht mithalten und sind gezwungen einen Schlag auf den See zu machen, was zu dem Zeitpunkt für uns eine schlechte Wahl wäre, da diese scheinbar auf dem See zurückbleiben würden. Wie es aber kommen muss, wäre eben gerade dieser Schlag auf den See die bessere Wahl gewesen, denn diese fahren mit Volldampf einfach aussen durch, während wir immer weniger Wind haben, bis wir kurz vor der Rheinmündung komplett stehen und so ziemlich alle aussen mit Druck durchkommen. Unser vermeintlicher Vorsprung entwickelt sich zu einem beachtlichen Rückstand. Der Wind ist zu dem Zeitpunkt für uns ziemlich launisch und dreht von Nord nach Süd und wieder nach Ost. Nach einer kleinen Ewigkeit, einem weitern Intermezzo mit dem Code Zero und unserem Schotengewirr, finden auch wir wieder einen Hauch und schaffen es endlich am Rheindamm vorbei. Endlich hätten wir die Chance etwas Boden gut zu machen und wir verhändern den Code Zero zum dritten Mal.  Zu dem Zeitpunkt rundeten die Führenden bei Föhn die Harder Bucht. Wir können den Code Zero schnell bergen, dieses Mal ohne Probleme und keine Minute später erreicht uns auch der Föhn. Bei Böen mit 15 - 25 Knoten wieder hoch am Wind. Wir freuen uns auf einen möglichen «Glitsch» unter Gennaker und bereiten uns akribisch auf das Gennakermöver vor, denn bei der Windstärke hätte unser Schotengewirr fatale Folgen haben können.  Wir runden und der Gennaker ist schnell oben, gefolgt von einer perfekten Halse. Leider dreht der Wind immer weiter, so dass wir nicht zum Glitschvergnügen kommen und wir gezwungen sind den Gennaker frühzeitig zu bergen. Nach einer kurzen Windpause dreht der Wind auf den vorausgesagten Westwind. Leider wieder ein Anlieger nach Langenargen. Alle die, die wir noch in der Harderbucht eingeholt haben, fahren vorausschauend etwas höher und können so das Ziel direkt anliegen. Wir verschenken zugunsten des Speeds Höhe und werden mit zwei Wenden bestraft.  Nach über 6 Stunden passieren 80% der ORC 1 Gruppe innerhalb von 10 Minuten das Ziel. Gewonnen nach berechneter Zeit haben die Boote mit der Besten Vergütung, die Fröken 34, ein älters Holzboot, vor der Brava aus Romanshorn, die auch schone einige Seemeilen auf dem Buckeln hat. Einzig die Psaros 33 konnte ihr volles Potential ausschöpfen und als zweites Schiff im Ziel, eine Stunde vor der Fröken 34, nach berechneter Zeit dritte werden.

 

Wir haben für uns einen guten 5 Rang bei der ORC1 erreicht.   

 

Den anderen YCA Booten erging es ähnlich wie uns. Jürg Stäheli konnte die erste Boje als Führender seiner Gruppe runden und auch bei der zweiten Boje noch vorne. Leider erwischte es ihn zwischen Altenrhein und Lagenargen, und musste das gesamte Feld in einem Windloch passieren lassen. Am Schluss erreichten Sie den 6 Platz bei den International 806.  

 

Albert Schiess musste die Wild Lady dieses Mal als schnellstes Schiff des Feldes passieren lassen und erreicht als zweiter nach gesegelter das Ziel.

 

Diese Jahre endet der Dreiländer Cup mit der Erkenntnis, dass die schnellen Boote nur schneller beim Windloch sind.